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Über uns

Es war sicher kalt am 1. Januar 1946, kalt vom Winter und kalt vom Krieg, als Wilhelm Siegemund, Prokurist bei der Firma Reichelt Zelthersteller, beim Magistrat von Berlin, seinen Handwerksbetrieb in Köpenick öffnete.

Zu den Kunden fuhr man damals noch mit Bus und Bahn. Aufträge wurden aus dem näheren Umfeld bis hin nach Schmöckwitz oder Königs Wusterhausen, wo heute noch etliche Vereine als auch viele Private Leute, Ihre kleinen und manchmal auch großen Boote oder Bötchen hatten, die früher wie Heute teuer und schon deshalb schützenswert waren.

Der alte Siegemund war nun mal Prokurist und kein Planbauer oder Sattler, also ließ er die Planen, die er an den Booten Maß nahm, von der Sattlerei Hammer ganz in seiner Nähe in Mahlsdorf fertigen.

Nach dem Tot seiner ersten Frau, heiratete er Frau Emma Kunde die bis dahin im Prenzlauer Berg ein Lebensmittelgeschäft betrieb. Sie zog nach Köpenick und lernte die Vorzüge des Stadtrandlebens kennen, ohne die spürbare Hektik der Großstadt.

Da die Sattlerei Hammer aus Altersgründen ihr Gewerbe abmelden wollte, wiesen sie Frau Siegemund in allen Techniken zur Herstellung der Abdeckplanen für Motor und Segelbootsplanen ein. Nun wurde an dem Standort Wongrowitzer Steig 7 im Keller eine Werkstatt eingerichtet, bestehend aus einem kleinen Lagerraum einer Nähstube beide 2,00 m x 4,50 m groß. In der Nähstube stand eine alte Veritasnähmaschine die zuverlässig bis zur nächsten Reparatur ihre Dienste versah. Ein Raum 6,00 m x 4,00 m, mit glattem Betonboden, auf dem die Planen zugeschnitten werden konnte, nach dem man die vom Boot genommenen Maße, kniend aufgezeichnet hatte, also der (Zuschneide-Keller). Beide Keller wurden mit einem kleinen Kachelofen beheizt. Eine Zentralheizung wurde erst viel später eingebaut.

Zur dieser Zeit wurde neben PVC und PUR-Beschichtete Materialien auch imprägnierte Baumwollstoffe eingesetzt. Diese Planen mussten nach einigen Jahren, nachimprägniert werden. Das wurde auf dem ca. 80 qm großen Boden ausgeführt. Das aufgekochte Imprägnier mittel wurde auf den Boden geschafft und mit einem Schrubber in den Planenstoff eingerieben, anschließend dann die nassen Planen an den Dachbalken zum Trocknen aufzuhängen.

Im Jahr 1979 war nun auch die Zeit für Frau Siegemund in den Ruhestand zu gehen und so führte Heinz Kunde den Betrieb bis 1988 und wie das so ist ging mit nunmehr 76 Jahren nicht wirklich sondern blieb und half mal hier und half mal dort. Die Anzahl der Betriebsangehörigen war nun schon auf 5 Familienmitglieder erhöht, dabei auch Frau Siegemund.

Gefertigt wurden Abdeckplanen, Kuchenbuden für Segelboote, Zelte und Vorzelte für Campinganhänger und Verdecke, liebevoll Fahrplane genannt auf den mitunter ungewöhnlichsten Gestellen aus den verschiedensten Materialien, Reparaturen wurden natürlich auch ausgeführt. Werterhaltung hatte einen Hohen Stellenwert.

In dieser Zeit waren die Auftragsbücher so voll, dass eine Wartezeit von 2 Jahren völlig normal war.

Am 1. Januar 1989 übernahm Heinz Kunde den Betrieb endgültig, nach drei Jahren ging er am 18.März 1992, mehr sporadlich, in den Vorruhestand als er den Familienbetrieb nun in der dritten Generation an den Sohn Frank Kunde übergab. 1994 absolvierte er die Meisterprüfung und darf nun mit Genehmigung der Handwerkskammer den Meistertitel führen.

Heinz Kunde ist der Firma jedenfalls als Mitarbeiter bis heute erhalten geblieben.

Ab 1992 wurden die Gestelle für einen Fahrplan, die bisher in Schlossereien hergestellt wurden, im eigenen Betrieb gefertigt, erst noch nur aus Aluminiumrohren später dann auch aus Nirosta-Rohr (Edelstahl).

Die neuen Wirtschaftsverhältnisse erweiterten das Produktionssortiment, Materialien und natürlich Farben, dass heißt nicht das immer alles grau war, jetzt gab es eine noch größere Auswahl, in allem. Mit den neuen Materialien kamen auch andere Maschinen und neue Technologien.

Im Jahr zweitausend errichteten wir auf dem Gelände des „Bootshandel Köpenick“ in der Wendenschloßstr. 338 a in 12557 Berlin–Köpenick eine kleine Werkstatt direkt an de Dahme-Wasserstraße, die wir zwei Jahre später etwas vergrößern mussten, um all die Aufgaben die täglich auf uns zu kamen zu bewältigen. Zum Ende des Jahres 2012 haben wir die Werkstatt nochmals vergrößert und sind seitdem in der Wendenschloßstr. 350/352 zu finden.

Seit diesem Jahr arbeitet auch meine Frau mit.

So haben wir beide Hobby und Beruf miteinander Verbunden. Ob der Sohn als gelernter Raumausstatter in unsere Fußstapfen tritt wird sich zeigen.